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Ratgeber · Fahrgastrechte

Wann gibt es bei Bahn-Verspätung Geld zurück?

Entscheidend ist, wie spät du am Ziel deiner Fahrkarte ankommst. Bahnsparer zeichnet die Ankunft auf und schätzt, was du für eine Einzelfahrkarte zurückbekommen könntest.

Unter 60 Minuten

Keine Fahrpreisentschädigung

60 bis 119 Minuten

25 %

des Fahrpreises

Ab 120 Minuten

50 %

des Fahrpreises

Maßgeblich ist die verspätete Ankunft am Ziel. Entschädigungsbeträge unter 4 Euro zahlt die DB nicht aus.
Inhalt · 7 Themen

Die kurze Antwort

Kommst du 60 bis 119 Minuten zu spät am Ziel an, beträgt die Entschädigung 25 Prozent des Fahrpreises. Ab 120 Minuten sind es 50 Prozent. Maßgeblich ist der Preis, den du für die verspätete Fahrt tatsächlich bezahlt hast.

Stehen Hin- und Rückfahrt gemeinsam auf einer Fahrkarte und ist nur ein Gesamtpreis angegeben, rechnet die DB für eine verspätete Richtung mit der Hälfte dieses Preises. Beträge unter 4 Euro werden nicht ausgezahlt.

Das sind die Regeln für normale Fahrkarten. Für Zeitkarten, BahnCard 100, Interrail und manche Verbundtickets gelten eigene Pauschalen oder Bedingungen. Bahnsparer schätzt deshalb bewusst nur Einzelfahrkarten.

Welche Verspätung zählt

Es zählt die Ankunft am Zielbahnhof deiner Fahrkarte, nicht die Verspätung bei der Abfahrt und nicht die größte Verspätung eines einzelnen Zuges unterwegs. Holst du Zeit wieder auf, zählt die tatsächliche Ankunft.

Verpasst du einen Anschluss, zählt die Ankunft am Ziel der gesamten Reise, wenn alle Abschnitte auf einer durchgehenden Fahrkarte stehen. Bei getrennten Tickets ist jedes Ticket ein eigener Vertrag. Genau dieses Risiko ist auch beim Split Ticketing wichtig.

Lässt du dir die Fahrkarte erstatten, bekommst du nicht zusätzlich die prozentuale Fahrpreisentschädigung für dieselbe Fahrt. Erstattung und Entschädigung sind zwei unterschiedliche Wege.

Was du schon vor der Ankunft tun kannst

Erwartet die DB bei einer Reise innerhalb Deutschlands mindestens 20 Minuten Verspätung am Ziel, ist die Zugbindung eines Sparpreises aufgehoben. Du kannst die Fahrt bei nächster Gelegenheit fortsetzen oder auf später verschieben. Für internationale Reisen nennt die DB dafür eine Grenze von 60 Minuten.

Sind mindestens 60 Minuten am Ziel zu erwarten, kannst du stattdessen von der Reise zurücktreten. Je nach Verlauf kommt eine vollständige Erstattung, der nicht genutzte Teil oder bei Rückkehr zum Ausgangsbahnhof auch der bereits gefahrene Teil infrage.

Wenn du strandest, können außerdem Ansprüche auf Verpflegung, Hotel oder eine andere Weiterreise bestehen. Organisiere Taxi oder Hotel nicht vorschnell selbst: Die DB nennt dafür konkrete Bedingungen und Höchstbeträge, und ein angebotenes Verkehrsmittel oder Hotel hat grundsätzlich Vorrang.

Wann die Rechnung nicht reicht

25 oder 50 Prozent sind nur die rechnerische Höhe. Ob tatsächlich ein Anspruch besteht, hängt auch vom Ticket und vom Grund der Störung ab. Bei außergewöhnlichen Umständen kann die Fahrpreisentschädigung entfallen. Die Rechte auf Erstattung, Weiterbeförderung und Hilfeleistung können trotzdem bestehen.

Auch wenn du schon vor dem Kauf über die Verspätung informiert wurdest oder dein Ziel mit einer Ersatzverbindung weniger als 60 Minuten zu spät erreichst, kann die Entschädigung entfallen. Bei Verkehrsverbünden und besonderen Fahrkarten können weitere Regeln gelten.

Verbindlich entscheidet das Eisenbahnunternehmen über deinen Antrag. Diese Seite und die Schätzung in der App sind keine Rechtsberatung.

Den Antrag stellen

Ein bei der DB gekauftes oder hinterlegtes Ticket kannst du im DB-Kundenkonto oder im DB Navigator öffnen und dort unter Fahrgastrechte die Entschädigung beantragen. Ohne hinterlegtes Konto geht es bei digitalen Tickets über die Auftragssuche mit Auftragsnummer und Nachname.

Alternativ gibt es ein Fahrgastrechte-Formular. Dafür brauchst du den geplanten und den tatsächlichen Reiseverlauf, deine Fahrkarte und bei Bedarf Belege für zusätzliche Kosten. Die DB bittet darum, Beschwerden innerhalb von drei Monaten nach dem Vorfall einzureichen.

  1. Öffne bei bahn.de den Bereich „Vergangene Reisen“.

  2. Wähle die passende Fahrt und öffne ihre Details.

  3. Wähle „Entschädigung beantragen“ und prüfe die Angaben.

Vergangene Reisen bei der DBWeitere Antragswege bei der DBAktuelle DB-RegelnEU-Fahrgastrechte

Was Bahnsparer übernimmt

Hat die gewählte Verbindung einen riskanten Umstieg, kannst du schon vor der Buchung die nächste Verbindung ab dem Umstiegsbahnhof prüfen. Das Ergebnis nennt die spätere Ankunft und den Zeitverlust. Es ist keine Zusage für die Weiterbeförderung.

Nach der Verbindungsauswahl kannst du die Ankunft aufzeichnen lassen. Fehlt beim Speichern der Fahrpreis, fragt die App einmal nach dem Betrag für diese Fahrt. Das Feld bleibt leer, bis du einen Preis einträgst. Bei einer gemeinsamen Hin- und Rückfahrkarte trägst du für jede Richtung die Hälfte ein.

Unter Fahrten zeigt Bahnsparer die tatsächliche Ankunft und ab 60 Minuten Verspätung die mögliche Entschädigung. Die App bereitet Zugnummer, Datum, Strecke sowie geplante und tatsächliche Ankunft vor. Diese Angaben kannst du teilen oder kopieren. „Bei der DB beantragen“ öffnet direkt die vergangenen Reisen. „Antragsschritte anzeigen“ erklärt den Weg in drei Schritten und nennt weitere Antragswege. Bahnsparer reicht keinen Antrag ein.

Erfasst die App mindestens 60 Minuten Zielverspätung, kann sie auf dem Mobilgerät darauf hinweisen. Nach einem verpassten Anschluss kannst du die tatsächlich genutzte Alternative übernehmen. Für die mögliche Entschädigung bleibt die ursprünglich gebuchte Ankunft maßgeblich.

So zeichnet Bahnsparer deine Ankunft auf

Stand: 20. August 2026. Maßgebliche Quellen sind die verlinkten Angaben der DB und die EU-Fahrgastrechte.

Häufige Fragen

Ab wann gibt es bei einer Bahn-Verspätung Geld zurück?

Bei einer verspäteten Ankunft am Ziel gibt es ab 60 Minuten 25 Prozent und ab 120 Minuten 50 Prozent des Fahrpreises. Beträge unter 4 Euro zahlt die DB nicht aus.

Zählt die Verspätung bei der Abfahrt oder bei der Ankunft?

Für die Fahrpreisentschädigung zählt die Verspätung am Zielbahnhof deiner Fahrkarte. Eine verspätete Abfahrt allein entscheidet nicht über die Höhe.

Was gilt bei einer Hin- und Rückfahrkarte?

Sind beide Richtungen gemeinsam bepreist, berechnet die DB die Entschädigung einer verspäteten Richtung auf Grundlage des halben Gesamtpreises.

Stellt Bahnsparer den Antrag für mich?

Nein. Bahnsparer zeichnet die Ankunft auf, schätzt die mögliche Entschädigung, bereitet teilbare Reisedaten vor und führt dich zum Antrag bei der DB.